Hähne -Hessens        

Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus

Bekrönungen von Türmen und Kirchen

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Kirche Marköbel Die erste Marköbeler Kirche wurde über dem römischen Kastellbad errichtet. Das spricht für ein sehr hohes Alter bis hinein in die Frühzeit der Christianisierung Hessens. Sie ging von dem Bistum Mainz aus in das Untermaingebiet und über die Wetterau in den Vogelsberg. Die Ausbreitung des frühen Christentums dürfte entlang der historischen Straßen – in unserem Raum der „Hohen Straße“ - erfolgt sein. Bonifatius chtistianisierte ab 721 bereits in Nordhessen. Die Christianisierung in Südhessen war damit bereits abgeschlossen. Über diese Zeit wissen wir bisher nur sehr wenig. Für Marköbel wird erstmals 1192 eine „Pfarrkirche zu Kebel“ und 1216 ein „Dekan Sifrid in Kebela“ erwähnt. Aus einer Urkunde von 1291 geht hervor, dass Maköbel ursprünglich Sitz des Dekanates Roßdorf des kirchlichen Mainzer Verwaltungsbezirkes St. Mariengreden war. Über die Gebäude der früheren Marköbler Kirchen ist bisher nichts bekannt. Bei den Kastellbad-Grabungen 1951 und 1963-65 wurden Reste der mittelaltelichen kirche angeschnitten, aber nicht untersucht. Im 30jährigen Krieg (1618 – 1648) brannte Marköbel ab, die Kirche blieb erhalten. Nach schriftlichen Überlieferungen war das Kirchengebäude Mitte des 18. Jahrh. Baufällig. Das heutige Kirchenschiff geht auf die Jahre 1741/42 zurück. Der Turm der alten Kirche an der Ostwand blieb zunächst erhalten. Der später vermauerte Bogen ist noch gut zu erkennen. Anstelle des alten Ost-Turmes errichtete die Gemeinde Marköbel, der seit Alters her Turm und Geläut gehören, 1868 auf der Westseite einen neuen Turm. Nach einem Blitzschlag 1883 brannte der obere Teil des Turmes aus. Im gleichen Jahr wurde er wieder – noch höher – aufgebaut.Die unterschiedlichen Baustile sind deutlich zu erkennen. Pfarrer Eckhard Kleppe Tel.: (06185) 666 Fax: (06185) 890504 E-Mail: pfarramt.markoebel@ekkw.de Martin-Luther-Platz 2 63546 Hammersbach-Marköbel

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• Die Marienkirche Als Hanau 1303 zur Stadt erhoben wurde, besaß der Ort schon eine romanische Kapelle, viel kleiner als die heutige Kirche. Wann die Kapelle erbaut wurde, ist unbekannt. 1316 wird sie jedenfalls urkundlich erstmals erwähnt. Sie war damals Filialkirche der älteren Pfarrkirche Unserer Lieben Frauen im Kinzdorf, südlich des damaligen Hanau. Der Pfarrer des Kindzdorfes hatte die geistliche Verantwortung für seine dortige Pfarrkirche, die Maria-Magdalena-Kapelle in der Stadt Hanau, die Martinskapelle in der Burg Hanau und die Elisabethkapelle im Hospital in der ersten Hanauer Vorstadt. Er bildete mit seinen Kaplänen eine Priestergemeinschaft für die Parochie Hanau. Für 1364 sind fünf Kapläne nachgewiesen. Das Abhängigkeitsverhältnis von der Kinzdorfer Mutterkirche änderte sich erst 1434: Graf Reinhard II. erwirkte für die Maria-Magdalena-Kapelle pfarrkirchliche Rechte. Er erließ eine Gottesdienstordnung für die Geistlichen, die unter anderem täglich Messen und Vespern an den zahlreichen Altären wahrnahmen. Damit hatte sich der kirchliche Schwerpunkt vom Kinzdorf nach Hanau verlagert. Außerdem stattete der Graf die Priester besser aus und legte dies in einer neu geschaffenen Präsenzordnung fest. Jeder Priester, der die gottesdienstlichen Pflichten an dem ihm zugewiesenen Altar regelmäßig versah (das heißt „präsent“ war), erhielt dafür ein Entgelt. Die Einkünfte der Präsenz - Naturalien oder Geld – bewirtschaftete ein Präsenzverwalter. Die Präsenz besteht noch heute, besitzt Liegenschaften aus altem Pfründenbesitz und unterhält mit deren Einkünften baulich die Marienkirche. Graf Reinhard II. vergrößerte und verschönert die Hauptkirche seiner Residenzstadt und wählte sie auch als neue Grablege für seine Familie, deren Mitglieder zuvor im Kloster Arnsburg bestattet worden waren. Als erster der gräflichen Familie wurde darin Graf Reinhard II. 1451 beigesetzt. Von 1451 bis 1612 war der Chor Begräbnisstätte des Hanauer Grafenhauses. Die Gräber wurden ins Erdreich unter den Bodenplatten des Chores eingetieft. Ab 1612 fanden die Bestattungen in einer 1602 errichteten Gruft, die sich ebenfalls unter dem Chor befindet, statt. Graf Reinhard II. ließ die bis dahin einschiffige Kirche dreischiffig erweitern. Das Kirchenschiff erhielt damals seinen heutigen Umfang. Der Umbau des Schiffes begann 1449. Eine entsprechende Inschrift befindet sich über einer zugemauerten Spitzbogentüre an der Außenseite der Südwand des südlichen Seitenschiffes. Die Arbeiten wurden 1454 abgeschlossen. Auf Letzteres weist eine Jahreszahl über der Türe auf der Nordseite hin. Die Apsis wurde ebenfalls vergrößert. 1448 wird mit dem Bau des heute noch vorhandenen Turmes begonnen. Er erhielt 1480 die erste große Glocke (36 Zentner). Sie war in Schweinfurt zum Preis von 360 Gulden hergestellt worden. Die heute noch prägendste Veränderung an der Kirche führte Graf Philipp I., der Jüngere, durch. Im Jahr 1485 von einer Reise ins Heilige Land heimgekehrt. Mit vielen Anregungen von unterwegs, gab er einen Chor mit erstaunlichen Dimensionen in Auftrag, der das angrenzende Kirchenschiff weit überragte. Vermutlich war der Chor nur als erster Bauabschnitt gedacht. Durch die dann bald einsetzende Reformation kam es nicht mehr zu einer entsprechenden Erweiterung des Kirchenschiffes.Der Chor weist eine Länge von 22 m, eine Breite von 10 m und einer Höhe von 16,4 m auf. Er wird von vier Jochen und einem 5/8-Schluss gebildet. Ins Auge fallen die Sockel und Konsolen der Dienste im Chor. Sie entsprechen den Eckstrebepfeilern auf der Außenseite. Früher reich gemeißelt, wurden sie 1945 teilweise zerstört und beim Wiederaufbau durch nicht gestaltete Steine (Bossen) ersetzt. 10 aufstrebende Pilaster nehmen die netzförmig sich entfaltenden Rippen auf, die das Gewölbe zieren, und laufen am östlichen Ende in einem Stern zusammen. Alle Schlusssteine sind als gehauene und bemalte Wappen der Familie des Erbauers, Graf Philipp I., dem Jüngeren, und seiner Frau Adriana von Nassau-Dillenburg (*1449 - †1477), gestaltet. Die seitlichen Punkte der Gewölberippen schmücken kleinere Wappen und die Felder zwischen dem Netz füllen gemalte Ranken, Blüten und die Strahlen. Der Gesamtentwurf stammt wohl von Siegfried Ribsche, die Ausführung von den Steinmetzen Meister Hans Merckel und Meister Martin. Der Schlussstein des Sterns zeigt die Kirchenpatronin Maria Magdalena, wie sie vor dem auferstandenen Christus als dem vermeintlichen Gärtner niederkniet. Als 1492 der prächtige Chor vollendet war, beherbergte die Kirche fünf Altäre (nach anderen Überlieferungen sogar neun). Der Hochaltar war Maria Magdalena geweiht. 1496 wird das Chorgestühl gestiftet. Von ihm sind heute noch vier Chorstuhlwangen erhalten. Die nördlichen zeigen Graf Reinhard IV. (*1473 - †1512) und seiner Gemahlin Katharina von Schwarzburg-Blankenburg (* 1470 - † 1514), die einzig erhaltene südliche Graf Philipp I., den Jüngeren, - mit der Errichtungsinschrift - und an der Innenseite das Fragment eines Heiligen Georg. Aus dieser Zeit stammen auch die farbigen, spätmittelalterlichen Fenster im Chor, die zum überwiegenden Teil dem Meister WB zugeschrieben werden. Parallel zu der baulichen Erweiterung wurde die Kirche zu einem Kollegiatstift mit insgesamt 12 Klerikern unter der Führung eines Dechanten erhoben. Graf Philipp I., der Jüngere, starb 1500. Nicht weniger als 214 Geistliche sollen seiner Beisetzung in der von ihm erneuerten und vergrößerten Kirche beigewohnt haben. Gleichzeitig mit dem Chor wurde an dessen Südseite die kleine, dem Heiligen Laurentius geweihte Kapelle angebaut. Der Heilige ist im Schlussstein dargestellt. Sie diente ursprünglich als Kapitelhaus der Stiftsgeistlichen, heute als Sakristei. Sie ist mit Fresken geschmückt, die erst nach der Zerstörung von 1945 wieder entdeckt wurden, als sie unter abblätternder Tünche zum Vorschein kamen. Sie stellen das Martyrium des heiligen Laurentius und die Ärzte und Heiligen Kosmas und Damian dar. Ein weiteres Fresko zeigt die Heiligen Drei Könige und zwei heilige Diakone. Vermutlich ist die Kapelle im Zusammenhang mit einem (letztendlich misslungenen) Reliquienkauf des Grafen Philipp I., des Jüngeren, zu sehen. Er sammelte - wie viele Große seiner Zeit - Reliquien. Vom Kloster Seligenstadt, das sich in einer finanziellen Notlage befand, kaufte er dessen gesamten Reliquienbestand, darunter das Haupt des Heiligen Laurentius. Wahrscheinlich war die Kapelle als Aufbewahrungsort für die Reliquien gedacht. Der Erzbischof von Mainz erhob aber Widerspruch gegen diesen Kauf und so musste Graf Philipp I., der Jüngere, die Reliquien wieder in Seligenstadt abliefern. Als Kompensation erhielt er dafür die Einkünfte des Klosters aus den Dörfern Nauheim, Eschersheim und Ginnheim. Die Zeit als Stift währte nicht lange. Das 16. Jahrhundert brachte die Reformation. Bereits 1523 wurde Pfarrer Adolf Arborgast ins Stiftskapitel aufgenommen, der bei seiner Berufung erklärte, dass er mit der täglichen Messe und Vesper möglichst wenig zu tun haben wolle, weil er sich viel mehr der Predigt des Evangeliums zu widmen gedenke. Sein Nachfolger, Magister Philipp Neunheller, ist der eigentliche Reformator Hanaus. Unter seinem Einfluss gewannen die Neuerungen immer mehr an Boden, sowohl in den Reihen der Stiftsherren als auch unter den Gemeindegliedern. Der katholische Stiftsgottesdienst wurde nie offiziell aufgehoben. Durch Ausscheiden von Geistlichen, deren Stellen nicht mehr neu besetzt wurden, nahm die Zahl der Altaristen immer weiter ab. 1537 bestand das Kapitel noch aus acht Geistlichen, 1548 waren es nur noch vier, 1550 hörte der Messgottesdienst in der Maria-Magdalena-Kirche auf. Es waren nun zwei, später drei Pfarrer an der Kirche tätig, die sich der Reformation verpflichtet fühlten. Die nächste Etappe der Baugeschichte der Kirche ist von den Erfordernissen der neuen Gottesdienstform geprägt. Im evangelischen Gottesdienst steht die Predigt vor der versammelten Gemeinde im Mittelpunkt. Deshalb ordnete Graf Philipp III. 1558 den Umbau des Langhauses der Kirche zu einer Saalkirche an. Die dreischiffige Unterteilung wurde beseitigt, die Außenmauern wesentlich erhöht und das Kirchendach in seiner Höhe dem des Chores angeglichen. An den Längsseiten wurden mehrstöckige Emporen für die Männer eingebaut, während die Frauen im Schiff Platz nahmen. Für Professoren, Beamte und Ratsherren gab es ebener Erde Stühle, die zum Sichtschutz gegen die Gemeinde vergittert waren. Der herrschaftliche Stuhl befand sich auf der Stirnseite der ersten Empore. Die flache Decke des Raumes stützten Säulen, die auch die Last des Dachbodens zu tragen hatten. Dort wurden die Naturalabgaben aus den Pfründen lagerten. Die Umbauarbeiten waren 1561 abgeschlossen. Davon zeugt das über dem Haupteingang angebrachter Doppelwappen des Bauherren und seiner Gemahlin, Pfalzgräfin Helene von Pfalz-Simmern. Der Turm wurde damals zu seiner heutigen Höhe aufgestockt. Die Jahreszahl 1568 in einer Fenstereinfassung gibt seine Vollendung an. In ihm war eine Wächterstube eingerichtet, in der ständig ein Beobachter saß, der Brände in der Stadt zu melden hatte, deren Richtung tagsüber mit einer Flagge und nachts mit einer Laterne angezeigt wurde. Gleichzeitig läuteten in einem solchen Fall die Glocken Sturm. Die Wächterstube war bis zum Jahr 1896 besetzt. Die Reformation in Hanau war ursprünglich eher lutherisch geprägt. In einer „zweiten Reformation“, wurde die Konfession der Grafschaft Hanau-Münzenberg erneut gewechselt. Graf Philipp Ludwig II., wandte sich dem reformierten Zweig des Protestantismus zu, machte von seinem Recht des „cuius regio, eius religio“ als Landesherr Gebrauch und setzte diese Version der Reformation als verbindlich für die Grafschaft durch. Als äußeres Zeichen dieses Konfessionswechsels wurden 1595 die mittelalterlichen Altäre abgebrochen, Bilder, Schmuck und Kunstwerke aus der Kirche entfernt. Sie wurden zumindest zum Teil verkauft. So ist einer der mittelalterlichen Altäre in der katholischen Pfarrkirche in Wörth am Main erhalten geblieben. Ein Foto davon ist heute an der östlichen Wand des südlichen Seitenschiffes der Marienkirche angebracht. Die geschnitzten Teile des Chorgestühls, die Grabdenkmäler und ein Teil der Glasfenster im Chorraum sind der letzte verbliebene Rest der mittelalterlichen Ausstattung, der in der Kirche erhalten geblieben ist. Im nun sehr leeren Chor baute man 1570 eine Chorbühne, eine im Sockelgeschoss geschlossene Empore, ein, die die östliche Hälfte des Chores abtrennte. Das Sockelgeschoss war mit Glasfenstern zum Kirchenraum hin abgetrennt und beherbergte Bibliothek und Archivalien. Über 100 Jahre später errichtete der Hanauer Orgelbauer Valentin Markart eine Barockorgel auf der Chorbühne. Das reich geschnitzte Gehäuse war zunächst ganz in Weiß und Gold gehalten und erhielt später eine braune Tönung. Die Orgel als beherrschendes Ausstattungsstück prägte den Chorraum bis zur Zerstörung 1945. 1602 wurde eine Gruft für das Hanauer Grafenhaus angelegt und 1642 erweitert. 1709 erhielt die Kirche neue Glocken (die 65 Zentner schwere ist noch heute vorhanden). Die Kirche nannte sich nachreformatorisch „Hochdeutsch reformierte Kirche“. Den Namen Marienkirche trägt sie erst wieder seit dem Jahr 1818. Anlässlich der damaligen Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden in der „Hanauer Union“ legten die Gemeinden die bis dahin geführten Bekenntnisbezeichnungen ab und die beiden Altstadtkirchen wurden neu benannt: Die ehemals Reformierte Kirche, die Marienkirche, wurde nach der Landgräfin Maria von Hessen-Kassel (1723 - 1772) benannt. Sie ist in der Gruft der Marienkirche beerdigt. Die ehemals lutherische Johanneskirche nach dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (1611-1656), der einst deren Grundstein gelegt hatte. 1847 bis 1849 findet eine grundlegende Restaurierung der Kirche ohne Rücksicht auf die historischen Erscheinungsbilder statt. 1847 wird Kürfürst Wilhelm II. (Hessen-Kassel) von Hessen-Kassel hier beigesetzt. Es ist die letzte Beisetzung innerhalb der Kirche. 1929 findet eine weitere Renovierung der Kirche statt. Verschiedene Luftangriffe, vor allem aber die verheerende Zerstörung vom 19. März 1945 legten die ganze Stadt Hanau ebenso wie die Kirche in Trümmer. Das Schiff war bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt, ebenso der Turm, von dem die Glocken geschmolzen herabstürzten. Nur das Gewölbe des Chores hielt stand, obwohl das brennende Dach darauf zusammenbrach. So konnte diese architektonische Kostbarkeit vor völliger Zerstörung bewahrt und später wieder restauriert werden. In der zerstörten Kirche fanden 1946 archäologische Grabungen durch Hugo Birkner statt. Die dabei geborgenen Grabplatten wurden zum größten Teil in den Wänden des Kirchenschiffes eingelassen. Nach den Plänen von Professor Karl Gruber wurden zunächst der Chor (1951), der Turm (1954), das Schiff (1956) und schließlich das steile Dach über dem Chor (1961) wiederhergestellt. Das Vordach über dem Eingangsportal im Westen wurde 1963 angefügt. Der Innenraum des Schiffes wurde beim Wiederaufbau ohne die umlaufenden Emporen gestaltet, so dass die ursprüngliche Dreischiffigkeit im Kirchenschiff wieder erkennbar ist. Das Schiff erhielt eine Flachdecke über Betonsäulen, die sich als Sandsteinsäulen tarnen. Die Orgel wurde auf einer Empore an der Westseite aufgestellt, so dass der Chor wieder frei in seiner architektonischen Schönheit wirken kann - wie ursprünglich beabsichtigt. Die wenigen erhaltenen Kunstwerke, Kirchenfenster und Chorwangen wurden wieder eingebaut, die Grabmäler restauriert. Pfarrer Georg Göckel hatte während des Zweiten Weltkrieges vorsorglich alle Kunstwerke sowie die meisten alten Kirchenbücher, die von 1593 an vorhanden sind, sichergestellt und so vor der Vernichtung bewahrt. Eine erste Renovierung in der Nachkriegszeit findet 1975 statt. Der nicht mehr zufrieden stellende Zustand der Orgel, die 1956/57 und 1964 errichtet wurde, war Anlass für den letzten Umbau der Kirche in den Jahren 2002/03. Die Orgelempore wurde völlig neu gestaltet, vor allem vergrößert, um dort auch einen Chor oder ein Orchester platzieren zu können. Für den neuen, höheren Prospekt der neuen Orgel wurde das Flachdach des Schiffes durch eine gotisch gewölbte Decke ersetzt - vermutlich die erste gotische Decke des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Von der Innenausstattung ist bemerkenswert: Am Chorbogen steht rechts der Epitaph der Adriana von Nassau-Dillenburg (*1449 - †1477). Sie war mit Graf Philipp I., dem Jüngeren, von Hanau-Münzenberg verheiratet. Die bemalte spätgotische Bildhauerarbeit zeigt die Gräfin betend dem heute nicht mehr erhaltenen Hochaltar zugewandt. Der Altar der Kirche ist kein monolithischer Steinblock, vielmehr ist er als Tisch gestaltet. Dies weist darauf hin, dass die Marienkirche vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts eine reformierte Kirche war. Dort wurde der klassische Altar durch den „Tisch des Herrn“ ersetzt, den Tisch, an dem die Gemeinde zusammen das Abendmahl feiert. An der nördlichen Chorwand stehen - von links nach rechts - Grabdenkmäler: - Graf Reinhard III. von Hanau-Münzenberg (1452) - Graf Reinhard II. von Hanau-Münzenberg (1451) - Gräfin Adriana von Nassau-Dillenburg (†1477) - Graf Philipp I., der Jüngere, von Hanau-Münzenberg (†1500) - Engelbert Halber von Hegern (†1556) und seine zweite Gattin, Dorothea von Oberkirch (†1591), vermutlich geschaffen von Hans Rodlein. Neben der Konsole des Hegernschen Grabmals sieht man den Grundstein zum Chor der Kirche (1585), dessen Inschrift heute allerdings bis zur Unkenntlichkeit zerstört ist. An der südlichen Chorwand fanden zwei von Johann von Trarbach geschaffene Renaissancegrabmale für Graf Philipp III. (†1561) und seine Gemahlin Pfalzgräfin Helene von Pfalz-Simmern (†1579) Platz. Westlich daran anschließend befinden sich vier leere Konsolen. Darauf stand der kunsthistorisch bedeutende Epitaph des Grafen Philipp Ludwig I. (†1580), eine bedeutende Schöpfung der Hochrenaissance. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sind davon nur noch einige Bruchstücke erhalten, die im Historischen Museum Hanau aufbewahrt werden. Literatur Reinhard Dietrich und Simone Heider-Geiß, Die evangelische Marienkirche Hanau, Kassel 2001, ISBN 3-89477-925-X Reinhard Dietrich, Die Landesverfassung in dem Hanauischen = Hanauer Geschichtsblätter 34, Hanau 1996. ISBN 3-9801933-6-5 (c) Pfarramt der Ev. Marienkirche 2008| Pfarrer Christian Lisker
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